Was bedeutet Schamanismus für mich?
 
  Schamanismus hat für mich viele Ähnlichkeiten mit der Kunsttherapie bzw. künstlerischer Tätigkeit. Alleine die Imagination oder Phantasiereisen die den Zugang zu den inneren Bilder ermöglichen ist ähnlich zur schamanischen Imaginationsreise. Ich sehe auch Ähnlichkeiten zu Psychotherapierichtung, der Katathym Imaginativen Psychotherapie.
 
  Ich hatte das Vergnügen und das Glück verschieden Schamanen in Workshops persönlich kennen zu lerne. Don Agustin Rivas ein ranghoher Schamane aus dem Urwald in Peru, ein wahrlich göttlicher Schelm. Hi-Ha Park, Tanzschamanin aus Korea, eine Mudang, die Ihre Heilzeremonien durch rituelles Tanzen durchführt, beide sind bekannt aus dem Film unterwegs in die nächste Dimension von Clemens Kuby. Ebenso hatte ich das Vergnügen Marivie de Therese bei einem Frauenseminar kennenzulernen. Sie ist angeblich eine Schülerin von Carlos Castaneda.
 
  Praktiziert habe ich die schamanische Methode jahrelanges aktiv in einer Trommelgruppe.
 
  Folgend möchte ich kurz zum Verständnis das Konzept des Schamanismus, so wie ich Ihn gelernt habe und verstehe, beschreiben.
 
  Grundsatz: Jeder Mensch hat grundsätzlich die Fähigkeit zur schamanischen Reise. Diese kann jedoch aufgrund von kulturellen Mustern verborgen sein und kann wiederentdeckt werden.
 
  "Nichtalltägliche Wirklichkeit" Geist-Helfer und Krafttiere: Es gilt, eine spirituelle Welt zu entdecken, die der physischen Welt parallel ist und (entgegen dem Konzept des Unbewussten) eine eigene Existenz hat. Diese Welt ist mit persönlichen Geistern gefüllt, die sich zeigen und um Hilfe gebeten werden können.
 
  Imagination und schamanistische Reise:. Gerade die Einbildungskraft wird benötigt, um die andere Welt sichtbar zu machen. Im Schamanismus wird die Imagination, die nicht nur das Sehen, sondern alle Sinne miteinbeziehend, als Informationsquelle genutzt. Die schamanische Reise beginnt - begleitet von Trommeln und Rasseln - durch die Visualisierung von Orten in das der Phantasiereisende eintreten kann. Immer mit einer konkreten Absicht, die er am besten in einen kurzen Satz zusammenfasst. Dieses Ziel/diese Absicht gilt es während der Imagination nicht aus den Augen zu verlieren. Diese Imaginationen werden später in einer Erzählung wiedergegeben, durch welche sie zu tatsächlich Erlebtem werden, in den persönlichen Erfahrungsschatz eingehen und transformative Kraft erhalten.
 
  Symbolisch: Ein anderer Ansatz nach Levi Strauss der mir gut gefällt ist: der Schamane stellt dem Klienten eine neue Sprache der Bilder bzw. Symbole zur Verfügung, die es ihm ermöglicht, die der Krankheit zugrunde liegenden Konflikte zu verstehen, auszudrücken und zu transformieren. Dieser Ansatz wird in der psychoanalytischen Betrachtungsweise des Schamanismus verdeutlicht.